Die Geheimnisse bleiben

Malerei, Collagen und Fotografien von Lutz Bleidorn im Einnehmerhaus Freital

Der Ausstellungstitel „Spoekenkieker“ ist einer kleinen Collage entlehnt. Das im westfälischen und niederdeutschen Sprachraum verankerte Wort heißt so viel wie „Spuk-Gucker“ oder „Gespensterseher“. Zu früheren Zeiten nannte man Menschen so, denen zugeschrieben wurde, meist unheimliche und Angst machende Dinge vorhersehen zu können. „Spuk-Gucker“ waren oft Personen, die die Natur gut kannten, aber wohl auch ihr gesellschaftliches Umfeld. Heute nennt man mitunter Pessimisten oder Schwarzseher so. Der „Spoekenkieker“ auf Lutz Bleidorns (Jg. 1973) Collage wirkt unerwartet gemütlich und freundlich.

Eröffnungsrede zur Ausstellung der Hegenbarth-Stipendiaten von Johannes Schmidt, Kustos Städtische Galerie Dresden

Lutz Bleidorn knüpft mit seiner feinsinnigen Malerei und besonders mit seinem sensiblen Farbgefühl im besten Sinne an hiesige Maltraditionen an. Er orientiert sich zumeist an  landschaftlichen Situationen - oft solchen aus seiner alten Heimat Rendsburg in Schleswig-Holstein. Seine Bilder wachsen in aufwendigen Schichtungen, mit flüssigem bis pastosem, gespachtelten Farbauftrag.

Vergiftete Romantik, gebrochene Sehnsucht und der Trost der Malerei.

Dynamik bestimmt die Wahrnehmung von Landschaft. Gleich ob von Auto, Bahn oder Fahrrad aus gesehen, die Ansichten verschieben sich ständig, selbst noch im Laufe einer Wanderung. Das Bild ist nicht zu fassen, es droht in aller Dynamik zu verschwinden. Wie im Film wird der Eindruck der Umgebung nur ein Hintergrund für mögliche Geschichten.